Zum Inhalt springen

Kastration statt Leid: Ein Modellprojekt in Rumänien

Kastrationen gehören schon seit Jahren zu einer unserer wichtigsten Aufgaben und sind eine maßgebliche Grundlage für den nachhaltigen Tierschutz. In unserem Kastrationszentrum in Rumänien haben wir dank Spenden schon zehntausende Hunde kastriert. Auch wenn wir schon viele Erfolge erzielen konnten, hören wir nicht auf, unsere Strategie zu verfeinern, um so viele ungewollte Welpen wie möglich zu verhindern.

02.04.2026

Hund an Kette liegt auf rostiger Tonne
Hunde werden in Rumänien oft nur aus einem einzigen Grund gehalten: um den Hof zu bewachen

Zum wiederholten Mal ist unser rumänisches Tierheim-Team in einer Gemeinde nahe unseres Partnertierheims unterwegs. Was wir dort machen? Wir gehen von Tür zu Tür. Wir klopfen an, sprechen mit den Menschen, erfassen Hunde und Katzen und verschaffen uns so ein klares Bild: Wie viele Tiere leben in einem Haushalt? Wie viele davon sind kastriert? Welches Geschlecht? Wie alt sind die Tiere? Wie ist ihr Impfstatus?

Alle Informationen erfassen wir digitalisiert via App. Und genau hier beginnt nachhaltiger Tierschutz: mit verlässlichen Daten, mit Zuhören und mit Verständnis für die Menschen vor Ort. Parallel zählen wir auch freilebende Tiere und dokumentieren sie fotografisch, um sie bei unserer Rückkehr eindeutig wiederzuerkennen.

Warum machen wir das? Um langfristig die Überpopulation an Hunden und Katzen in der gesamten Ortschaft einzudämmen, um ungewollte Welpenwürfe vorzubeugen und um das Leid der Hunde und Katzen zu beenden – für immer!

Was passiert, wenn man alle Hunde einer Gemeinde erfasst?

Diese Bestandsaufnahme ist kein Selbstzweck, sondern Teil einer langfristigen Strategie. Auf Basis der Daten organisieren wir gezielte Kastrationskampagnen und fokussieren uns dabei auf weibliche Tiere, um die Anzahl ungewollter Würfe effektiv zu reduzieren. Weniger unkastrierte Hündinnen bedeuten weniger Welpen, weniger Leid und langfristig auch ein ruhigeres Verhalten bei unkastrierten Rüden. Genau so entsteht nachhaltige Veränderung: werden weniger ungewollte Welpen geboren, werden auch weniger ausgesetzt. Somit gibt es weniger Straßenhunde und somit wiederum weniger Hunde, die in Tötungsstationen landen.

In diesem Jahr allein haben wir bereits weit über 400 Hunde kastriert – nicht nur in dieser Ortschaft, sondern in der gesamten Region rund um unser Partnertierheim. Neben dem Betrieb unseres Tierheims ist diese Arbeit ein zentraler Bestandteil unseres Engagements, und wir werden nicht müde, immer wieder vor Ort zu sein, aufzuklären und Vertrauen aufzubauen. Erste Erfolge zeigen: Die Bevölkerung beginnt umzudenken, informiert uns bei Notfällen oder bittet uns, für Hunde ein gutes Zuhause zu finden. Genau das ist der Schlüssel.

Einordnung und Hintergrundinformationen

Unsere Arbeit findet in einer Region statt, die von großer Armut geprägt ist. Viele Menschen leben unter einfachen Bedingungen: Die meisten haben keinen Zugang zu Bildung, sie bewältigen ihr Leben mit Kutschen, manchmal sogar ohne verlässlichen Zugang zu Strom oder warmem Wasser. Haus und Hof sind oft ihr einziger Besitz. Deswegen übernehmen Hunde hier eine wichtige Schutzfunktion.

Für uns gilt: Wir verurteilen niemanden für die Art und Weise, wie Tiere dort gehalten werden. Stattdessen setzen wir auf Aufklärung, Respekt und Dialog auf Augenhöhe. Wir erklären ruhig, warum Kastration so wichtig ist und welche positiven Auswirkungen unsere Arbeit für die Menschen und die Tiere hat. Ohne Druck, ohne Vorwürfe. 

Diese Aktion könnte alles verändern

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist das sogenannte Catch-Spay-Return-Prinzip: Wir holen die Hunde direkt von den Höfen, bringen sie in unser Tierheim, kastrieren sie medizinisch fachgerecht und bringen sie anschließend zurück in ihre gewohnte Umgebung. Für die Halter ist dieser Service kostenlos – für uns bedeutet er jedoch einen erheblichen Aufwand. Personal, medizinische Versorgung, Transport und Versorgung der Tiere verursachen kontinuierlich hohe Kosten. Doch wir sind überzeugt: Nur durch flächendeckende Kastration lässt sich der Kreislauf aus Überpopulation, Leid und dem Leben auf der Straße nachhaltig durchbrechen.

„Wir merken bereits jetzt eine Veränderung der Bewohner:innen. Sie sind interessiert, verstehen das Konzept und achten dadurch mehr auf ihre Tiere.“
Laurene, Teil des Tierheim-Teams

Diese drei Hunde stammen aus dieser Gemeinde und suchen jetzt ein Zuhause

Spendenkonto

Hunderettung Europa e.V.
IBAN: DE59354611067617256015
BIC:GENODED1NRH

Paypal: spenden@hunderettungeuropa.de