Tierschutz FAQ

Hündin Baby steht mit gekreuzten Beinen im Zweinger und lächelt.

Die Adoption eines Tierschutzhundes bringt oft viele Fragen mit sich. Hier findet ihr Antworten auf viele Themen und Fragen und um Auslandstierschutz und -adoption.

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Herkunft

Seit 2019 arbeiten wir mit unserem Partnertierheim in Rumänien zusammen. Von dort stammen die meisten unserer Hunde. Seit 2022 vermitteln wir zusätzlich Hunde aus einem öffentlichen Tierheim in Bulgarien.

Die Herkunft unserer Hunde ist ganz unterschiedlich. Viele werden von unseren Tierschützer:innen auf der Straße gefunden und ins Tierheim gebracht. Denn ein Überleben auf der Straße ist für Hunde in Rumänien fast unmöglich. Dort werden sie gewaltsam von Hundefänger eingefangen und in sogenannte „Public Shelter“ gebracht. Dabei handelt es sich um Tötungsstationen, aus denen wir ebenfalls regelmäßig Hunde retten.

Außerdem passiert es oft, dass Hunde, die bereits ein Zuhause hatten, wieder abgegeben werden. Manchmal aus unerklärlichen Gründen: Der Hund bellt nicht laut genug, eignet sich nicht als Wachhund oder ist zu verspielt. Denn die meisten Hunde werden in Rumänien als Hofhunde gehalten und sollen dort bestimmte Aufgaben erfüllen. Tun sie dies nicht, werden sie ausgesetzt oder eben im Tierheim abgegeben.

Der offizielle Begriff für Tötungsstationen ist “Public Shelter”. Dies sind die offiziellen Tierheime in Rumänien, wo die Hunde nach einer Frist grausam getötet werden. Hundefänger fangen Straßentiere gewaltsam ein und bringen sie in die Tötungsstationen. Der Aufenthalt in einer Tötungsstation kann für viele Hunde traumatisch sein. Oft bekommen sie wenig bis kein Fressen und spüren die Angst der anderen Tiere vor Ort.

Ein Hund liegt in einem Hundekäfig und guckt nach oben.
Viele Hunde werden aus Tötungsstationen gerettet und in unser privates Tierheim in Sicherheit gebracht.
Ein schwarzer, zerzauster Welpe ist auf dem Arm eines Tierpflegers.
Immer wieder retten wir ausgesetzte oder kranke Welpen von der Straße.

Wesen & Verhalten von Hunden

Viele Hunde machen in ihren Herkunftsländern nicht nur positive Erfahrungen. Nicht selten erleben sie Gewalt, geraten in Hundekämpfe oder erleiden Hunger. Bereits im Tierheim können wir eine erste Einschätzung geben, wie der Hund auf bestimmte Reize reagiert. So zeigen manche Hunde starke Angst vor Menschen, andere möchten den ganzen Tag kuscheln. Die Geschichte eines Hundes sollte immer beachtet werden, jedoch nie als Etikett herhalten.

Herdenschutzhunde wurden ursprünglich gezüchtet, um genau das zu tun: Die Herde zu beschützen. Deswegen zeigen sie oft bestimmte Charakteristiken, wie starken Eigensinn und Schutzverhalten. Sie haben gelernt, schnell und eigenständig Entscheidungen zu treffen. 

Herdenschutzhunde sind spätreif und erst mit ca. drei Jahren erwachsen. Bis dahin ist eine gute Sozialisation extrem wichtig, denn Herdenschutzhunde sind von Natur aus eher misstrauisch Fremden gegenüber. Sie gehören nicht in Mietwohnungen, sondern brauchen ein Haus mit Garten. Ihre Erziehung braucht viel liebevolle Konsequenz und Fingerspitzengefühl. Anstatt Gewalt und Druck braucht es eine Kooperation mit dem Hund.

In Rumänien gibt es oftmals Herdenschutzhundmischlinge, auch HSH-Mixe genannt. Das große, oftmals wuschlige Aussehen kann ein Hinweis auf ihre Genetik sein. Jedoch muss ein Hund, der nach einem HSH-Mix aussieht, nicht immer die typischen Verhaltensweisen mitbringen.

Meist wissen wir nicht, welche Rasse(n) in unseren Hunden stecken. Daher ist es nicht immer so einfach, dem Hund bestimmte Charaktereigenschaften zuzuordnen. Häufig beobachten wir bei unseren Tieren aber z.B. Wach- und Schutzverhalten. Denn der Großteil der Hunde in Rumänien wird zum Bewachen des Grundstücks gehalten. Außerdem gibt es viele Hütehunde, welche aktiv, fordernd und willensstark sind. Nicht selten kommt es zu Mischungen aus Herdenschutz- und Hütehunden. So entstehen auch die klassischen “Village Dogs”.

Dadurch, dass Rumänien kein klassisches Urlaubsziel ist, betteln rumänische Straßenhunde nur selten. Sie agieren meist sehr schlau, bedacht und verhalten sich dem Menschen gegenüber eher misstrauisch. Hierzu kommt, dass viele Straßenhunde negative Erfahrungen mit Menschen machen.

Im Tierheim versuchen wir, die Hunde ihrer Umgebung entsprechend einzuschätzen. Jedoch ist dies nur eine Tendenz. Im neuen Zuhause kann es immer zu Verhaltensabweichungen kommen, da die Tiere in einer komplett neuen Umgebung mit fremden Reizen sind.

Pepe steht in seinem Zwinger

Vermittlung

Infos zum allgemeinen Vermittlungsablauf findest du hier.

Auch Hundeanfänger können bei uns einen Hund adoptieren. Auch, wenn wir nie das ganze Verhalten eines Hundes vorhersagen können, lassen sich Tendenzen im Tierheim erkennen. Bitte respektiere aber auch, wenn wir erfahrene Hundehalter:innen für bestimmte Hunde suchen.

Ein Wohnort in der Stadt ist prinzipiell kein Ausschlusskriterium. Je nach Hund versuchen wir einzuschätzen, welches Zuhause am geeignetsten wäre. So konnten wir auch schon viele Hunde in Städte vermitteln, die dort ein glückliches Leben führen.

Herdenschutzhunde oder -Mixe vermitteln wir nicht in Städte.

Unsere Hunde und Katzen werden ausschließlich nach Deutschland vermittelt.

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Krankheiten

Giardien sind mikroskopisch kleine einzellige Dünndarm-Parasiten. Fast alle Hunde tragen Giardien in sich, was aber nicht bedeutet, dass die Krankheit Giardiose bei allen ausbricht. Besonders Hunde mit geschwächtem Immunsystem sind anfällig für einen Ausbruch, wie Welpen oder ältere Hunde. Giardiose ist gut behandelbar und mit Medikamenten und einer Diät gut in den Griff bekommen.

Da Giardien sich sehr schnell übertragen, sind Tierheimhunde besonders gefährdet. Vor der Ausreise wird bei allen Hunden ein Test auf Giardien gemacht. Ist dieser positiv, wird der Hund in Rumänien erstbehandelt, sollte aber im neuen Zuhause weiter behandelt werden.

Zu den klassischen Symptomen der Giardiose zählen blutiger und schleimiger Durchfall, gelblich verfärbter Kot, starke Blähungen/Bauchkrämpfe, häufiges Erbrechen, Fieber und Abgeschlagenheit. Zeigt ein Hund diese Symptome über mehrere Tage, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Als typische Mittelmeerkrankheiten beim Hund gelten Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose und die Wurmerkrankung Dirofilariose. Wie der Name bereits erahnen lässt, haben diese Erkrankungen ihren Ursprung in wärmeren Klimazonen. Jedoch treten sie durch den Klimawandel auch immer häufiger in nördlicheren Regionen auf. Bei allen Erkrankungen ist die Prophylaxe von Mücken- und Zeckenstichen besonders wichtig, um einer Erkrankung des Hundes vorzubeugen. 

Babesiose ist eine von Zecken übertragene Krankheit. Sie wird unter anderem auch “Hundemalaria” genannt. Denn Babesien sind kleine, einzellige Parasiten, die sich in den roten Blutkörperchen von Hunden vermehren und diese so zerstören, wodurch es zu einem mangelnden Sauerstofftransport im Körper kommt. 1-3 Wochen nach der Infektion entwickeln die Hunde plötzlich hohes Fieber. Außerdem sind betroffene Hunde oft matt und antriebslos, verweigern ggf. die Nahrung und die Schleimhäute im Maul und an den Augen werden blass oder gelblich. Der Urin kann sich rötlich oder bräunlich verfärben. Infolge der Erkrankung können verschiedene Organe des Hundes geschädigt werden. Bei chronischen Verläufen kommt es zu Veränderungen im Blut oder zu immer wiederkehrenden Fieberschüben. Außerdem sind die Tiere schwach und abgemagert. Unbehandelt endet die Erkrankung meist tödlich. Babesiose kann bei frühzeitiger Erkennung medikamentös behandelt werden, wobei gegebenenfalls Bluttransfusionen nötig sein können.

Ehrlichiose wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Erkrankung, die wenige Tage nach dem Zeckenbiss zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands des Hundes führt, oft mit Fieber, Gelenkschmerzen und Apathie. Unbehandelt führt die Ehrlichiose zu schwerwiegenden chronischen Krankheiten, die kaum zu behandeln sind und bei der die Hunde erblinden und im schlimmsten Fall sterben können.

Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen. Leishmanien sind sehr kleine, einzellige Parasiten, die in den Immunzellen ihres Wirtes leben, weswegen sie nur schwer zu bekämpfen sind. Leishmanien können auch beim Deckakt oder von der Mutter auf die Welpen in der Gebärmutter übertragen werden. Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine sehr komplexe Krankheit, die auf unterschiedliche Art auftritt und deren Behandlung sehr schwierig ist. Es gibt zwar mehrere Medikamente, die eine Verbesserung der Krankheitssymptome erreichen, aber den Erreger nie ganz abtöten können. Sie müssen über Monate hinweg gegeben werden, was entsprechende Kosten verursacht. Auch wenn eine deutliche Besserung auftritt und somit die Medikamente abgesetzt werden können, sollten die Blutwerte regelmäßig beim Tierarzt abgecheckt werden. So kann ein erneuter Ausbruch frühzeitig erkannt werden. Unbehandelt führt der Befall nach 2 – 3 Jahren zum Tod. Auch bei einem späten Therapiebeginn bei bereits fortgeschrittener Erkrankung ist die Prognose eher schlecht.

Dirofilariose ist eine Erkrankung, die durch Parasiten, in diesem Fall Fadenwürmer der Gattung Dirofilaria, ausgelöst wird. Sie werden im späteren Entwicklungsstadium durch Stechmücken auf den Hund übertragen. Die Larven der Parasiten wandern durch die Blutgefäße in die Orange bzw. Gewebearten (je nach Art unterschiedlich) und entwickeln sich dort zu Würmern weiter. Dabei wird hauptsächlich in zwei verschiedene Formen unterschieden: 1) die Haut befallende Form (kutan oder subkutan) und 2) die das Herz-Kreislaufsystem befallende Form (kardiovaskuläre), auch als Herzwurm bekannt. Entsprechend treten auch unterschiedliche Symptome auf. Ohne Therapie entstehen irreversible Schäden beim Hund. Außerdem stellt der Hund dann eine Infektionsquelle für andere Hunde, Katzen und ggf. sogar den Menschen dar. Es gibt jedoch medikamentöse Therapien, je nach Art und Stärke des Befalls. Eine weitere Option ist die operative Entfernung der Würmer. Gerade Hunde aus dem Ausland sollten nach Adoption zwei Mal (im Abstand von 6 Monaten) dem Tierarzt vorgestellt werden, da sich ein Befall erst nach längerer Zeit feststellen lässt. 

Nora schaut fröhlich in die Kamera

„Für uns wird Hunderettung Europa immer die Anlaufstelle bleiben, wenn es darum geht, einem Tier ein zu Hause zu schenken.“

Susanne, Adoptantin von Lima

„Für uns wird Hunderettung Europa immer die Anlaufstelle bleiben, wenn es darum geht, einem Tier ein zu Hause zu schenken.“

Susanne, Adoptantin von Lima


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Dann nutze unser Kontaktformular oder schreibe einfach eine E-Mail an info@hunderettungeuropa.de

 

Rüde Benji steht hinter einem Hund

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TEASER 1 SEITENENDE

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